Durch ein aktuelles BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021 ermöglicht die Finanzverwaltung eine schnellere Abschreibung bestimmter digitaler Wirtschaftsgüter.

Abnutzbare Wirtschaftsgüter, die Anschaffungskosten von mehr als EUR 800 haben, sind grundsätzlich über ihre jeweilige Nutzungsdauer abzuschreiben. Hierbei ist es gängige Praxis, sich für die Nutzungsdauer an AfA-Tabellen der Finanzverwaltung zu halten. Dies erspart lästige und zeitraubende Diskussionen im Rahmen einer Betriebsprüfung. Bislang ist die Finanzverwaltung hierbei für Computerhardware sowie Computersoftware in der Regel von einer dreijährigen Nutzungsdauer ausgegangen. 

Da die Finanzverwaltung eingesehen hat, dass diese Wirtschaftsgüter einem immer schnelleren Wandel unterworfen sind, wird in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 26. Februar 2021 nunmehr festgelegt, dass für bestimmte Computerhard- und software von einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von einem Jahr ausgegangen werden kann. Um welche Wirtschaftsgüter es sich im Einzelnen handelt, stellt das BMF ausführlich dar. Gleichwohl wird es sicherlich Abgrenzungsfragen geben. Unstrittig dürfte indes sein, dass der „normale“ Desk-Computer, das Notebook oder das Tablet nebst der Betriebs- und Anwendersoftware in den Anwendungsbereich des neuen Schreibens fallen. Angewendet werden darf die „neue“ betriebliche Nutzungsdauer auf solche Wirtschaftsgüter, die nach dem 1. Januar 2021 angeschafft worden sind. Dies bedeutet letztlich, dass bereits im laufenden Wirtschaftsjahr die Anschaffungskosten von Computerhard- und software in voller Höhe steuermindernd geltend gemacht werden können. Diese Möglichkeit gilt nicht nur im betrieblichen Bereich, sondern auch für Wirtschaftsgüter des Privatvermögens, die zur Einkünfteerzielung verwendet werden, also insbesondere im Falle von Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sowie Vermietung und Verpachtung. 

Sollten Sie Fragen zu Anwendung des neuen BMF-Schreibens haben, sprechen Sie FIDES gern an.