Mit dem Investmentsteuerreformgesetz vom 19. Juli 2016 wurde die Besteuerung von Investmentfonds und deren Anlegern zum 01.01.2018 neu ausgerichtet.

Änderungen bei Investmentfonds und deren Anlegern

Bei Investmentfonds ist das bisherige semi-transparente Besteuerungskonzept – danach waren Investmenterträge auf Ebene eines inländischen Investmentfonds von der Besteuerung freigestellt und entsprechend einer Direktanlage erst beim Anleger der Besteuerung zu unterwerfen – durch eine intransparente Besteuerung ersetzt worden: Bestimmte inländische Beteiligungseinnahmen unterliegen nunmehr auf Fondsebene der Körperschaftsteuer (15%). Eine Steuerbefreiung kann lediglich für steuerbegünstigte Anleger (z.B. steuerbegünstigte Stiftungen) beantragt werden. Bei allen anderen Anlegern kommt es auf Fondsebene zur aufgezeigten steuerlichen Vorbelastung, die dann allerdings auf Anlegerebene unter bestimmten Voraussetzungen durch eine Teilfreistellung entsprechender Investmenterträge abgemildert wird. Beispielsweise werden Erträge aus Investmentfonds, die fortlaufend mindestens 51% ihres Wertes in Kapitalbeteiligungen anlegen (Aktienfonds), beim privaten Anleger i.H.v. 30% steuerfrei gestellt (Aktienteilfreistellung). Bei körperschaftsteuerpflichtigen Anlegern liegt die Aktienteilfreistellung im Vergleich dazu bei 80%. Legt der entsprechende Investmentfonds demgegenüber fortlaufend mindestens 25% seines Wertes in Kapitalbeteiligungen an (sog. Mischfonds), beträgt die Teilfreistellung lediglich die Hälfte der o.g. Teilfreistellungssätze. Bei Immobilienfonds gelten davon abweichende Teilfreistellungssätze.

Änderungen bei Spezial-Investmentfonds und deren Anlegern

Demgegenüber wird bei Spezial-Investmentfonds – hierbei handelt es sich um Investmentfonds für spezielle institutionelle Anleger – das oben erläuterte semi-transparente Besteuerungssystem fortgeführt. Zwar unterliegen bestimmte inländische Beteiligungseinnahmen neuerdings auch beim Spezial-Investmentfonds der Körperschaftsteuer. Diese lässt sich unter gewissen Voraussetzungen jedoch vermeiden (Transparenzoption): Bei Ausübung der Transparenzoption werden die inländischen Beteiligungseinnahmen des Spezial-Investmentfonds direkt den Anlegern zugerechnet. Wird die Transparenzoption dementgegen nicht wahrgenommen, kommt es zu einer Besteuerung der in Rede stehenden inländischen Beteiligungseinnahmen mit Körperschaftsteuer. Ferner erfolgt regelmäßig eine unmittelbare Zurechnung und Besteuerung entsprechender Erträge bei den Anlegern (semi-transparentes Besteuerungssystem). Die zweifache Besteuerung wird auf Anlegerebene wiederum durch Teilfreistellungen abgemildert. Die entsprechenden Teilfreistellungssätze weichen dabei von denen für einen Investmentfonds ab.

Bei der Klärung Ihrer steuerlichen Fragen in Zusammenhang mit dem Investmentsteuergesetz 2018 steht FIDES Ihnen als Ansprechpartner gern zur Verfügung.