Schon bislang bestanden bei Auslandsbeteiligungen von in Deutschland ansässigen Personen einige Anzeigepflichten. Diese hat der Gesetzgeber mit Wirkung zum 1.1.2018 noch einmal erheblich verschärft, vor allem bei einer Beteiligung an einer Drittstaat-Gesellschaft. Da die Konsequenzen bei einem Verstoß nicht unerheblich sein können, ist eine Prüfung, ob Meldepflichten bestehen, stets dann angezeigt, wenn ein unbeschränkt Steuerpflichtiger Beteiligungen im Ausland hält. Bei der Prüfung der Anzeige- und Aufbewahrungspflichten sowie der Meldefristen im Einzelfall steht Ihnen FIDES gern zur Seite.

Durch das Gesetz zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz – StUmgBG) wurden neben anderen Neuerungen des gesetzlichen Verfahrensrechts Meldepflichten bei Auslandsaktivitäten weiter ausgeweitet. Hierbei gilt dies in einem besonderen Maße für Kreditinstitute, aber darüber hinaus auch für alle unbeschränkt Steuerpflichtigen, die Beteiligungen in einem sog. Drittstaat halten und einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben. Nachfolgend werden kurz die wesentlichen neuen Regelungen, die für alle unbeschränkt Steuerpflichtigen gelten können, dargestellt:

  • Die Anzeigepflicht für den Erwerb von qualifizierten Beteiligungen an ausländischen Gesellschaften gilt jetzt für unmittelbare und mittelbare Beteiligungen einheitlich bereits ab einer 10 %-igen Beteiligung. Die Frist für die Meldung wurde allerdings bis zur Abgabe der Einkommen- oder Körperschaftsteuererklärung verlängert. Insofern liegt eine Erleichterung vor.
  • Steuerpflichtige müssen jetzt auch Geschäftsbeziehungen zu Personengesellschaften, Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen in Drittstaaten, auf die sie unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss haben, anzeigen. Dies gilt unabhängig davon, ob sie an dem Unternehmen formal beteiligt sind oder nicht. Drittstaat ist nach § 138 Abs. 3 AO jeder Staat, der nicht Mitglied der EU oder des EWR ist.
  • § 147a Abs. 2 AO normiert eine besondere Aufbewahrungspflicht bei Beteiligung an einer Drittstaat-Gesellschaft. Aufzubewahren sind alle Unterlagen in diesem Zusammenhang. Bei Steuerpflichtigen, die zur Aufbewahrung verpflichtet sind, kann stets eine Außenprüfung durchgeführt werden.
  • Im Zusammenhang mit Drittstaat-Gesellschaften greift zudem nunmehr eine längere Verjährungsfrist von 10 Jahren.