Bisher waren grenzüberschreitende Beförderungen von Gegenständen im Rahmen der Ein- oder Ausfuhr von der Umsatzsteuer befreit. Dies galt unabhängig davon, ob der leistende Unternehmer als Haupt- oder Unterfrachtführer tätig war. Nach neuer Auffassung der Finanzverwaltung sind nur noch grenzüberschreitende Beförderungsleistungen des Hauptfrachtführers an den unmittelbar Ein- und Ausführenden von der Umsatzsteuer befreit. Achtung: Spediteuren und Frachtführen verbleibt nur noch bis zum 31.12.2020 Zeit, dies entsprechend umzusetzen.

Die Verwaltung hat mit BMF-Schreiben vom 06.02.2020 die EuGH-Rechtsprechung zu grenzüberschreitenden Beförderungsleistungen nach § 4 Nr. 3 Buchst. a UStG umgesetzt. Daher sind Beförderungsleistungen im Rahmen einer grenzüberschreitenden Güterbeförderung nur dann steuerbefreit, wenn der Frachtführer diese unmittelbar an den Absender oder Empfänger der Gegenstände erbringt. Leistungen eines Spediteurs/Frachtführers als Subunternehmer sind daher auch dann nicht mehr steuerfrei nach § 4 Nr. 3 Buchst. a UStG, wenn die Leistung des Subunternehmers tatsächlich in einer Beförderung von Ausfuhrgegenständen in das Drittland besteht. Künftig kann die Steuerbefreiung also nur noch in den Konstellationen beansprucht werden, in denen der Spediteur/Frachtführer unmittelbar in einer Leistungsbeziehung mit dem Auftraggeber der Versendung steht. Alle anderen Transportleistungen, die im Inland steuerbar sind, fallen nicht unter diese Steuerbefreiung. Das Recht auf Vorsteuerabzug des Leistungsempfängers bleibt unberührt.

Achtung: Mit BMF-Schreiben vom 02.06.2020 wurde die Übergangsfrist vom 01.07.2020 auf den 31.12.2020 verlängert. Mit Ablauf der Übergangsfrist ist die Auffassung der Finanzverwaltung zwingend zu berücksichtigen. Aufgrund der obigen Änderung müssen Sie ab dem 01.01.2021 als Unterfrachtführer Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen ausweisen. Sofern Sie dann die Umsatzsteuer nicht ausweisen und abführen, wird diese im Rahmen einer Prüfung durch das Finanzamt nacherhoben werden. Zusätzlich fallen auch noch Steuernachzahlungszinsen nach § 233a Abgabenordnung (6 % p. a.) an. Oft droht in der Praxis zusätzlich eine Uneinbringlichkeit der Nachforderungsbeträge gegenüber dem Kunden, wenn bereits eine zivilrechtliche Verjährung eingetreten ist.

Um eine solche, unter Umständen, existenzgefährdende Situation zu vermeiden, empfiehlt FIDES Ihnen eine zeitnahe Umstellung Ihrer Rechnungsstellung sowie die entsprechende Schulung Ihrer Mitarbeiter. FIDES ist seit über 100 Jahren spezialisiert in der ganzheitlichen Beratung von Logistikunternehmen und Speditionen und kann Sie bei Umsetzung gerne unterstützen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Gerne stehe ich für weitere Fragen persönlich zur Verfügung: